Anlagen und die grafische Verortung

Bei dem Thema Anlagen und Anlagenteilen oder Komponenten ist die „klassische“ Facility Management Sichtweise auf die Objekthierarchie (Liegenschaft, Gebäude, Ebene, Raum) schon immer ein störendes Thema. Anlagen haben immer eigene logische Hierarchiestrukturen, die auch innerhalb der C-Plattform als Anlagenhierarchie abgebildet werden sollten. Da das System flexibel genug ist, mit den unterschiedlichen Hierarchien umzugehen, stellt sich alsbald die Frage nach der Verortung.

Die Verortung ist unabhängig von der Anlagenhierarchie; dies kann man sich am Beispiel der Steckdose klar machen: die Steckdose ist in der Anlagenhierarchie Teil einer Elektroanlage, mit ihrem Hauptverteiler, Unterverteiler, etc. Die Verortung ist aber klassisch im Raum, der selbst nichts mit der Hierarchie der Elektroanlage zu tun hat. Diese Verortung kann aber trotzdem ausgewertet werden, da die Anlage oder Komponente neben ihrer hierarchischen Struktur Links auf andere Objekte, in diesem Fall die Gebäudehierarchie bekommt. Dieser Link ist sowohl alphanumerisch als auch grafisch auswertbar. Aus einer Liste der Steckdosen kann ich mir somit grafisch anzeigen lassen, in welchem Raum sich diese befindet – dafür brauche ich noch nicht einmal ein grafisches Symbol abzusetzen. Wenn ich jetzt noch die genaue Position dieser einen Steckdose im Raum haben möchte, kann ich dies natürlich als grafische Repräsentanz in der Grafik verorten.

Wenn dies verstanden ist, können wir nun noch einen logischen Schritt weiter gehen: dieses Grafiksymbol, das die Steckdose im Raum platziert, muss aber nicht unbedingt identisch mit dem oben genannten Grafiklink sein, da die Position über das Koordinatensystem festgelegt wird (das in diesem Fall zufällig zu dem Koordinatensystem des Raums passt). Ein Beispiel, für das diese zweite Art der Verortung sinnvoll ist, ist die elektronische Türschließer. Der Türschließer an sich gehört strukturell zur Schließanlagenhierarchie (oder Netz in diesem Falle), Link-technisch zu dem Raum, der von ihm geschlossen wird und die Standortgrafik befindet dort, wo die X,Y,Z Koordinaten platziert sind, nämlich außerhalb des zugeordneten Raumes, wahrscheinlich in einem anderen Raum. Diese gesamte Logik lässt sich in der Grafik auswerten, je nachdem, welche Abfrage der Anwender startet, bekommt er den einen Raum oder den eigentlichen Standort eingefärbt.

Dies ist eine tolle Neuerung, die es uns ermöglicht, die reale Welt auch digital abzubilden: das heißt, wir haben den digitalen Zwilling um einen sehr wichtigen Aspekt erweitert!