Wie kommen eigentlich die Zählerdaten in die Datenbank? (Teil 2)

Wie im ersten Teil schon angekündigt, möchten wir uns nun mit dem Auslesen von Daten aus bestehenden Systemen befassen. Grundsätzlich lassen sich diese Systeme in zwei verschiedene Arten aufteilen: die Leittechniken und die  IT-Systeme.

Leittechniken GLT / MES / PLS

Diese oftmals sehr spezialisierten Bestandssysteme sammeln Daten, die mitunter für das Energiemanagement oder die sonstigen energierelevanten Prozesse benötigt werden. Als Softwarehaus können wir selbstverständlich auch Daten aus diesen Vorsystemen übernehmen und den Anwendern über den Messdaten-Server zu Verfügung stellen. Wie genau diese Schnittstelle aussieht, hängt jedoch sehr stark von den Möglichkeiten des Vorsystems ab.

Im einfachsten Fall verfügt das System über einen eigenen Leitrechner und/oder eine entsprechende Werte-Datenbank, die mit Hilfe von Standard-IT-Methoden angebunden werden. Sollte das Vorsystem eine direkte Datenbank-Verbindung nicht zulassen, ist die Verwendung von Excel oder csv-Exporten eine Ausweichmöglichkeit- Hierbei exportiert die Quelle die notwendigen Daten in definierten Intervallen und stellt diese als Excel- oder csv-Datei in einem Filesystem oder einem Server bereit. Die WiriTec Importmechanismen holen diese Dateien ab, prüfen sie auf Vollständigkeit und importieren die enthaltenen Daten.

Sollten keine dieser IT-nahen Methoden durch das Vorsystem unterstützt werden, gibt es noch weitere Hardware- und herstellerspezifische Möglichkeiten um Daten zu übernehmen. Diese reichen von dem direkten Auslesen der entsprechenden Datenregister mittels Bus-Protokollen wie BACnet, LON oder OPC, über das „Einklinken“ in vorhandene Bus-Systeme mit sogenannten „Sniffern“, die den gesamten Datenverkehr mitlesen, bis hin zu Einzelfall-Lösungen die ganz individuell auf die jeweilige Situation zugeschnitten werden.

IT-Systeme

Der eleganteste Weg, Daten aus Fremdsystemen zu übernehmen, ist die Verwendung von modernen IT-Schnittstellentechnologien. Auch hier gibt wieder das Fremdsystem die zu verwendende Technologie vor, da wir selbst sehr flexibel mit den unterschiedlichsten Methoden umgehen können.

Moderne Anlagen oder Maschinen werden normalerweise mit Hilfe der neuesten OPC-Spezifikation, OPC UA, an unser Sytem angebunden. Da OPC UA auf M2M Kommunikation ausgelegt ist, ist es sehr performant und verfügt – im Unterschied zu den älteren Versionen – über eigene Security-Implementierungen, was die Datensicherheit deutlich erhöht.

Vorhandene IT-Systeme oder sehr IT-nahe Leitsysteme binden wir mit Hilfe von Webservices an. Diese IT-Technologie hat den Vorteil, dass sie standardisiert ist, unabhängig von Plattformen, Programmiersprachen und Protokollen verwendet werden kann und darüber hinaus auch für das Handling von großen Datenmengen ausgelegt ist.

Eine dritte Möglichkeit der Datenübernahme bietet das Protokoll SNMP, das wir in allen drei Versionen vollumfänglich unterstützen. Der unschlagbare Vorteil von SNMP ist neben der vollständigen Standardisierung im IT-Umfeld, die Möglichkeit, über die sogenannte Management Information Base (MIB) sämtliche Importkonfigurationen automatisch zu übernehmen. Somit bietet SNMP besonders im Umfeld der Rechenzentrumsverwaltung eine Plug&Play Funktionalität: Sobald eine PDU verbaut und im System eingetragen ist, kann die Datenübernahme automatisch eingerichtet werden!

 

Diese vielfältigen Methoden ermöglichen es uns, alle Feldgeräte, Leittechniken oder Vorsysteme die unsere Kunden im Einsatz haben, an WiriTec® C anzubinden und die benötigten Daten zu übernehmen.